Was hat Ihnen als Kind Schutz und Sicherheit gegeben? War es ein Ort, ein Mensch, oder ein bestimmter Gegenstand? Wir laden Sie ein, davon zu erzählen und Ihre Erinnerungen zu teilen. Machen Sie mit!

Was hat Ihnen in der Kindheit
Schutz und Sicherheit gegeben?

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Beiträge

Ann-Dorothee Schlüter18. Dezember 2016

Meine Eltern, natürlich. Und dazu, oder notfalls auch ersatzweise, ein Teddybär, der so abgeschmust war (schon damals), dass er einen ganz speziellen, kuscheligen Geruch hatte. Am besten war der Duft hinter seinem linken Ohr, an der Stelle habe ich immer geschnuppert. Der Geruch war (ist, ich geb's zu) enorm wichtig.
Der Bär kam mit zum Zahnarzt, auch zur Entbindung später. Ich habe ihn immer noch.

Gast17. Dezember 2016

Es hat mir ihr Museum sehr gefallen.:)

Rosemarie Katharina 13. Dezember 2016

Ich wurde 1941 hinein geboren in eine Zeit des Krieges, des Sterbens und der Wirrnisse, in ein kleines Dorf in Schlesien. Meine Familie, wie ich sie erlebte, bestand aus der Mutter, dem kleinen Bruder, dem Großvater mit einem verletzten Bein und der Großmutter.

Eigentlich gehörte zu der Familie noch der Vater, als Soldat in Russland, der Onkel Bernhard, im Krieg, die Tante Christa, als Flakhelferin in Bremerhaven und der Onkel Jorg, 17 Jahre alt, in Breslau, 1945 im April bei der letzten Verteidigung zu Tode gekommen. Und Onkel Herbert, auch schon gefallen.
Und ein kleines Mädchen mittendrin.
Die Mutter war nach der Todesnachricht des Vaters so niedergeschlagen, lag nur im Bett und wollte niemand um sich haben,
Aber es gab ja noch die Oma Martha.
Obwohl sie selbst von dem vielen Leid tief betroffen, versuchte die Familie aufrecht zu halten, umhegte die Kinder.
Ich lief hinter ihr her in den Garten, auf die Obstwiese, zu den Hühnern, war in der Küche wenn sie Streuselkuchen buk. Tapfer trug sie ihr schweres Schicksal und half auch noch anderen Menschen. Sie gab Halt in der oft bedrohlichen Zeit der Besetzung durch die Polen. Und als wir unsere Heimat verlassen mußten organisierte sie alles für die tagelang Fahrt ins Unbekannte. Dabei ließ sie uns kleine Kinder nicht von der Seite. Die Mutter war immer noch so verstört, war ihr keine große Hilfe.
Und so kam ich durch diese schweren und unruhigen Jahre.
Und auch später war sie durch ihr stilles und ausgeglichenes Wesen der Haltepunkt in unserer Familie.

Gast05. Dezember 2016

In meiner Kindheit wohnten wir zusammen mit meinen Großeltern in einem Haus. Jede freie Minute war ich mit meinem Opa zusammen, weil er einfach viel Zeit für mich hatte und auch viel Geduld. Wir lernten Gedichte, gingen spazieren und lösten Kreuzworträtsel, er war einfach liebevoll und ich war gerne bei ihm. Mein Opa war stark und sichtbar kriegsverwundet, ihm fehlte ein Teil der Schulter. Manchmal versuchte ich ihn auszuquetschen, was denn da passiert war, aber es fiel ihm doch sehr schwer, über den Krieg zu sprechen - ich war ja auch noch klein. Als ich elf war starb mein Opa und ich war dabei, denn es passierte zuhause. Ich hörte die Schreie meiner Oma und ging nach oben in deren Wohnung, wo ich dann zusah, wie mein geliebter Opa an seinem dritten Herzinfarkt - sicher auch eine Kriegsfolge - starb. In den folgenden Monaten und Jahren änderte sich mein Leben sehr, weil ich ihn stark vermisste und zu niemandem in meiner Familie eine solche Beziehung aufbauen konnte. Ich pinnte einige Fotos, die ich aus seiner Kriegszeit hatte, an die Wände meines Zimmers. Ich wollte ihm über diese Zeit seines Lebens, über die ich nichts wusste, nahe sein. Viel später erst habe ich verstanden, wie stark sein Tod mein Leben beeinflusst hat. Die Bilder aus dem Krieg habe ich noch heute.

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